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Der Zuspruch zur MUNICH FABRIC START hält unvermindert an. Mit einem erneuten Plus von sieben Prozent endete die textile Fachmesse in München. 17.700 Besucher informierten sich über die rund 1.300 neuen Stoff- und Zutatenkollektionen zur Saison Herbst/Winter 12/13. Sowohl im M,O,C, wie auch in der BLUE ZONE haben damit die neuen Konzepte nicht nur gegriffen, sondern eindrucksvoll überzeugt. Der Auslandsanteil der Besucher liegt bei 35 Prozent.
Für immer mehr Einkäufer und Designer, nicht nur aus dem Inland, sondern auch aus dem benachbarten Ausland, ist München ein Fixtermin geworden. Das stellen auch Neuaussteller wie TRC Candiani fest. Der italienische Denimweber feierte Premiere in der BLUE ZONE und verweist auf die gute Gelegenheit, hier in München die wichtigsten Kunden ein weiteres Mal in der Saison zu sehen und ihnen zu diesem Zeitpunkt Neu- und Weiterentwicklungen zu präsentieren. Jacqueline Sefranek, Geschäftsführung Mustang Fashionservices, Bogner Jeans, resümiert: „Es ist der richtige Ort und der richtige Zeitpunkt. Später dürfte die Messe nicht sein, aber so bringen die Lieferanten noch gute Ergänzungen, die uns noch neue Ansätze liefern. Wir benötigen für die BLUE ZONE immer einen ganzen Tag und sind dann noch einen Tag im M,O,C, für andere Stoffe und Zutaten.“ Die Besucher schätzen das komprimierte internationale Angebot von über 800 Ausstellern ebenso wie die entspannte und freundliche Arbeitsatmosphäre. Zudem ist Deutschland als europäische Konjunkturlokomotive besonders für ausländische Aussteller ein überaus wichtiger Exportmarkt. Dass der MUNICH FABRIC START in diesem Zusammenhang als Kontaktbörse zur potenten deutschen Konfektion eine bedeutende Funktion zukommt, hat sich in diesen Tagen erneut bestätigt. Die Aussteller sahen ihre hohen Erwartungen an die MUNICH FABRIC START erfüllt. Sie trafen auf Brands wie Next, Bandolera, Acne, VF Europe, Tommy Hilfiger, M.A.S.I. Company, Romano, Puma Asia, Kuyichi, Mexx Europe, Escada, Hugo Boss, Strellson, Lagerfeld und viele mehr. Erstmals waren Einkäufer von der französischen „Association Familiale Mulliez“, zu der die Firmen 3 Suisse, Décathlon, Phildar, Pimkie, Auchan, etc. gehören, in München
Überhaupt war es eine Messe der Premieren. Zum ersten Mal diskutierte die Fachzeitschrift Textilwirtschaft mit Experten aus der Branche. Zudem präsentierte der deutsche Textil- und Appareldienstleister Freshtex die erste 3-Liter-Hose, der deutsche Drucker Textil Fab den ersten GOTS-zertifizierten Inkjet-Druck und die Agentur Lebenskleidung die erste GOTS-zertifizierte Seide aus Indien. Zudem lud der bayrische Verband der Textil- und Modeverband erstmals zum „Dialog Textil und Mode“ ein.
Viel Lob gab es für die räumliche Annäherung von ECO Village und organicselection im Erdgeschoss am Eingang zur Halle 4 und auch die neuen Trendareas der Version 2.1., die im Foyer des M,O,C,s zusammen mit dem aufwändig inszenierten Colour Forum die Stimmung der neuen Saison wiedergaben, wurden sehr gut angenommen. Die MUNICH FABRIC START-Trendexperten hatten die Farb- und Trendthemen kompetent und informativ aufbereitet. Zusammen mit den übrigen Sample Areas lieferten sie einen ersten detaillierten Überblick über die neuen Stoff-, Farb- und Zutatentrends. Internationale Fachvorträge und Fachverlage komplettierten die Saisoninformation.
Zu einem echten Höhepunkt hat sich das Oktoberfest im Rahmen der MUNICH FABRIC NIGHT entwickelt. Über 2.000 Gäste aus der Mode- und Textilbranche fanden sich am Abend zusammen, um bei Käfer-Catering und mit Unterstützung der Gerry & Gary Live Band, die alle eingeweihten Wiesn‘ Gäste ebenfalls aus dem Käfer-Wies’n-Zelt kennen, im typisch bayrischen Festzelt eine zünftige Party zu erleben. Am Ende war es wieder eine Riesen-Gaudi und eine Wahnsinns-Stimmung.
Messe mit viel Optimismus, doch die Sorgen der Branche bleiben
Viele Ausstellerstimmen, die von „sehr zufrieden“ bis „Alle wichtigen Kunden waren da“ reichen, belegen die sehr guten Messetage. Hintergrund ist sicher auch, dass der deutsche Markt weiterhin mit guten Wachstumszahlen als europäische Wachstumslokomotive gilt. Trotzdem gibt es aufgrund schwieriger Rahmenbedingungen Diskussionsbedarf. Als „Horror“ bezeichnete beispielsweise Karl-Friedrich Schilmann, Produktmanager von Brax, anlässlich der voll besetzten TW-Diskussion im Spiegelsalon zum Thema „Made in Europe?!“ die Situation. Dass mit diesen Preisanstiegen im Rohstoffbereich auch eine andere Preisstruktur verbunden sein werde und dass ein innovatives Nischendasein wohl zukünftig die „einfachere“ Variante sein werde, darauf verwies an gleicher Stelle Dr. Walter Niedermair, Geschäftsführer von der italienischen Weberei Lanificio Moessmer. Angesprochen wurde auch das Thema „Fairness“, das eine neue Brisanz erhält. Der Vorwurf, dass die Konfektion bei europäischen Lieferanten mustere, aber selber in Asien billig produzieren lasse, signalisiert, dass immer öfter im Alltagsgeschäft die Ethik-Frage aufgeworfen wird.
Der „grüne“ Wandel geht weiter
Ein Riesenthema ist und bleibt die ökologische Neuausrichtung der Textil- und Modeindustrie. Das ECO Village am neuen Standort im Erdgeschoss gegenüber der Halle 4, das benachbarte Forum organicselection mit seinen 480 zertifizierten Stoffen und die GEENZONE in der BLUEZONE haben sich zu überaus wichtigen Informations- und Orientierungsmarken einer neuen Marktkultur entwickelt, die intensiv und dankbar genutzt wird. Mathias Braunagel, Director Marketing & Sales vom deutschen Textil-Dienstleister Freshtex, gibt sich nach zwei Tagen BLUEZONE überaus zufrieden: „Es war eine sehr gute Messe für uns. Die neue Produktfamilie „Planet Future“ mit Themen wie Aquatree und 3-Liter-Hose waren das Messethema schlechthin, auch weil man dadurch ein sehr gutes Einsparpotenzial bei Wasser erreichen kann.“ Auch Heike Scheuer, Geschäftsstellenleiterin vom IVN, die neben Vorträgen im ECO Village viele Anfragen bearbeitet hat, blickt zufrieden zurück und stellte zudem fest: „Ein ganz großes Thema sind Alternativen zur Biobaumwolle, also gewebte und gestrickte Qualitäten aus Leinen, Hanf und Wolle. Viele Besucher haben konkret nach Bambus, Milchfaser, Viskose und Nessel gefragt, wahrscheinlich, weil die Preise bei der Biobaumwolle so angezogen haben.“ Zu ihrem Vortrag kamen auch Firmenvertreter von der Otto Group, vom Kaufhof, Karstadt, KiK und H&M, die auf der Messe unterwegs waren.
DETAILORING:
Das Angebot der Weber bestätigte das Messemotto „Detailoring“. Immer wieder treffen Casualqualitäten auf perfekte Tailoring-Artikel. Farbe, Weichheit, aber auch haarige Qualitäten und „rockige“ Beschichtungen standen im Vordergrund.
Im Bereich Wolle drängen sich neben den hochwertigen und luxuriösen Kammgarnwollen und Edelhaarmischungen immer mehr Casual-Wollen in Streichgarn-Optik auf, die mit Baumwolle und Acryl gemischt werden - nicht nur aus modischen Gründen, sondern auch aufgrund der gestiegenen Wollpreise. Die Wollaffinität der Mode dokumentieren auch die vielen neuen Baumwollartikel, die soft und geschmirgelt interpretiert werden und die mit klassischen Wollmusterungen aufwarten. Auch Samte und Cord waren erfolgreich, vor allem auch bei den Menswear-Designern. Viskose gehört zu den Gewinnern der Saison. Sie schafft die Basis für feminine, fließende Designs und ist zudem der Seide preislich überlegen. Trotzdem sind deutlich mehr Mischungen mit Seide bzw. Waschseiden in die Kollektionen eingeflossen, angefangen bei klassischen Kreppqualitäten bis hin zu feinem Popelin, der auch für Hosen gemustert wird. Felle in jeglicher Art bleiben aktuell. Das gilt auch für Strick und Jersey, der sich vor allem über Flauschoptiken, aber auch roughe, verfilzte Varianten oder laminierte Hightech-Interpretationen für den Future-Look modernisieren. Double-Face-Artikel, durchaus mit kontrastierenden Farben, liefern in jeglicher Variante spannende Themen für halbgefütterte Mäntel. Nicht unerwähnt bleiben sollten Lederimitate und Lederfinishes, die sich bis in den Denimbereich ziehen. Öl- und Wachs-Finishes trimmen die Baumwolle auf outdoortauglich.
Drucke ziehen sich über alle Warengruppen, häufig einfarbig oder tonig. Zu den Hauptthemen gehören Inspirationen aus der Natur in Grün- und Brauntönen, daneben sind verlaufende Dessins aller Art zu beachten wie Degradés und aquarellierte Muster, die man aus dem Sommer kennt. Neu sind vielfarbige grafische Dessins.
Auch die Zutaten spielen das Thema „Detailoring“ durch. Nach wie vor sind großlinige Knöpfe das Non-plus-ultra, besonders in natürlichen Materialen wie Holz, Steinnuss und Metall, aber auch oft in hochwertigen Imitationen, die den Vorteil der Pflegeleichtigkeit auf ihrer Seite haben oder mit minimalem Gewicht trotzdem metallisch wirken können.
Topseller bei den Farben bleibt Blau in allen Varianten. Das zeigte sich auch bei den Garnkonen im Colourforum mit den Saisonfarben. Auch hier lagen die Blautöne vorne. Daneben setzt die Konfektion auf warme Brauntöne und Karamell in Kombination mit winterlichem Koralle oder intensiven Rottönen. Aber auch eisige Pastellfarben und Silbergrau bleiben im Rennen.
Dankeschön!
Wir danken herzlichst unseren Sponsorenpartnern, ohne die unser umfangreiches Serviceangebot nicht möglich gewesen wäre. Lenzing unterstützte den umfangreichen Coffee-for-free-Betrieb, Cotton Council International sorgte mit dem Cotton USA Airportbus wieder für den gepflegten Shuttleservice zwischen Messe und Flughafen. Nara und ITV haben die Ausstattung der Hostessen übernommen. Auch ISKO sorgte für das leibliche Wohl, wenn auch deftiger: Die Denimcrew betrieb eine Schnapsbar auf dem Oktoberfest.
Die nächste MUNICH FABRIC START: 31. Januar – 02. Februar 2012